Eine kleine Auswahl aus der grossen Zahl an Büchern, die zum zwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls erschienen sind. Von Detlev Bruggmann
Gleich zwei Bücher mit dem schlichten Titel «Die Mauer» erzählen die Geschichte der deutsch-deutschen Grenze. Beide tun es auf eine sehr gut lesbare, angenehme Art. Unterscheiden tun sie sich vor allem im Umfang!
Edgar Wolfrum: Die Mauer. Geschichte einer Teilung. 2009, C.H. Beck. 192 Seiten, ca Fr. 30.-
Frederick Taylor: Die Mauer. 2009, Siedler. 576 Seiten, ca. Fr. 50.-
Wer einen Begleiter für eine Mauerreise sucht, ist mit Wieland Führs Einführung in Geschichte, Hintergründe und Aussehen der Berliner Mauer bestens bedient.
Wieland Führ: Berliner Mauer und innerdeutsche Grenze 1945-1990. 2008, Michael Imhof Verlag. 216 Seiten, ca Fr. 19.-
«Als ich ein Kind war, wohnten wir ganz nahe an der alten Grenze zwischen Deutschland und Deutschland. Mein Bruder und ich hatten einen Lieblingsplatz, gar nicht weit entfernt von zu Hause. Das war der Generalsblick...» - so beginnt der Sachcomic von claire Lenkova, entstanden aus einer Diplomarbeit an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.
claire Lenkova, geboren in Zwickau in der DDR, kam 1989 kurz vor dem Mauerfall mit ihren Eltern und ihrem Bruder nach Bayern. In ihren Zeichnungen macht sie ein Stück deutscher Geschichte wieder lebendig. Lenkova erinnert sich, wie es war als Kind in der DDR. Es ist eine sehr persönliche Geschichte, in der sie auf Augenhöhe mit den jungen Lesern mit lakonischem Witz und genauer Beobachtungsgabe erzählt, warum es zur Teilung kam, wie es war, das Leben in der DDR, und wie ganz langsam die Grenzen zwischen Ost und West überwunden wurden. Diese «erlebte Geschichte» wird durch grafisch hervorgehobene Sachinformationen ergänzt.
Claire Lenkova: Grenzgebiet. Eine Kindheit zwischen Ost und West. 2009, Gerstenberg. 48 Seiten, durchgehend farbig, ca Fr. 26.-
Die Begegnung mit dem Anderen war zu allen Zeiten zwiespältig: Völker können in einen Dialog treten, einen Krieg beginnen oder sich hinter einer Mauer verschanzen. Der zwanzigste Jahrestag des Falls der Berliner Mauer ist Anlass für ein besonderes Buch: einen Streifzug durch die Geschichte der Mauergrenzen - von den frühesten Hochkulturen bis heute. Zu welchem Zweck wurden lange Überlandmauern errichtet? Was sollten sie bewirken und was wurde mit ihnen tatsächlich erreicht? 15 internationale ExpertInnen der Archäologie, Kultur- und Zeitgeschichte berichten in diesem Band u.a von der Mauer im Zweistromland des 3. Jahrtausends v. Chr., vom Hadrianswall, von der »Grossen Mauer« in China, vom Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko und von der Mauer zwischen Israel und Palästina.
Astrid Nunn (Hrsg.): Mauern als Grenzen. 2009, Verlag Philipp von Zabern. 215 Seiten, mit 70 Farb- und 13 Schwarzweissabbildungen, ca Fr. 50.-
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