friZ 3/2008

Afrikanische Regionalorganisationen – eine Auswahl

Nordafrika:

Comité permanent inter-états de lutte contre la sécheresse dans le Sahel (CILSS)

Das Comité permananent Inter-Etats de Lutte contre la Sécheresse dans le Sahel (CILSS) wurde 1973 als Reaktion auf die damalige Dürre und Hungersnot ins Leben gerufen. Sein Name ist Programm: Als «Ständiges multilaterales Komitee zur Bekämpfung der Dürre in der Sahelzone» will es Massnahmen in den Bereichen Landwirtschaft Wasserbewirtschaftung, Umwelt, Transport und Kommunikation fördern. Seit 1995 legt das Komitee den Schwerpunkt auf Ernährungssicherheit und Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen. Zurzeit gehören der CILSS neun Mitgliedstaaten an: Burkina Faso, Gambia, Guinea-Bissau, Kap Verde, Mali, Mauretanien, Niger, Senegal und Tschad.

www.cilss.bf

Maghreb-Union (UMA)
Gemeinschaft der Sahel-Staaten (CEN-SAD)

Westafrika:

Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikas (CEDEAO/ECOWAS)

Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS/CEDEAO besteht seit 1975. Heute gehören ihr 15 westafrikanische Staaten von Senegal bis Nigeria an. Wie die anderen Regionalorganisationen strebt sie die wirtschaftliche und politische Integration der Region an, hat jedoch in diesen Bereichen wenig erreicht, trotz der Einrichtung eines westafrikanischen Gerichtshofes, sowie eines gemeinsamen westafrikanischen Parlaments im Jahre 2001. Die Einführung einer gemeinsamen westafrikanischen Währung Eco wurde mehrmals verschoben und ist nun für 2009 geplant.
Die ECOWAS hat durch militärische Friedenseinsätze - insbesondere in Liberia und in der Elfenbeinküste - mit mässigem Erfolg versucht, Frieden und Stabilität in der Region zu fördern. Nigeria, das mit seinen 130 Millionen Einwohnern mehr als die Hälfte der Bevölkerung und der Wirtschaftskraft der ECOWAS ausmacht, hat eine starke Vormachtstellung in der Organisation. Die Unterschiede zwischen frankophonen und anglophonen ECOWAS-Mitgliedern ist spürbar.

Union Economique et Monétaire Ouest-Africaine (UEMOA, Franc CFA)
Mano River Union (MRU)

Ostafrika:

Gemeinsamer Markt von Ost- und südlichem Afrika (COMESA)

Der Gemeinsame Markt für das östliche und südliche Afrika (Common Market for Eastern and Southern Africa, Comesa) umfasst heute 20 Länder und reicht von Libyen im Norden bis Zimbabwe im Süden des Kontinents. Comesa wurde 1994 als Nachfolgeorganisation der seit 1981 bestehenden PTA (Preferential Trade Area for Eastern and Southern Africa) gegründet. Neun Comesa-Mitgliedstaaten starteten im Jahr 2000 eine Freihandelszone (Dschibuti, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Sambia, Sudan und Zimbabwe). 2004 haben sich auch Ruanda und Burundi angeschlossen. Die Ausdehnung der Zollfreiheit für Waren und Dienstleistungen auf den gesamten Gemeinsamen Markt bleibt das Ziel, nur muss das Datum immer wieder hinausgeschoben werde (ursprünglich sollte es 2000 so weit sein, dann 2008 …). Eine weitere Schwierigkeit der Comesa sind die Überschneidung mit der EAC (Ostafrikanische Gemeinschaft) und der SADC (Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft). Kenia, Ruanda und Burundi (EAC) respektive Angola, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Sambia, Swasiland, Zimbabwe (SADC) gehören beiden Regionalorganisationen an.

www.comesa.int

Ostafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (EAC)
Inter-Governmental Authority on Development (IGAD)

Zentralafrika:

Wirtschaftsgemeinschaft Zentralafrikas (CEEAC/ECCAS)
Communauté Economique et Monétaire d'Afrique Centrale (CEMAC, Franc CFA)
Union douanière et économique d'Afrique centrale (UDEAC)

Südafrika:

Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC)

Die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika SADC strebt die wirtschaftliche und politische Integration im südlichen Afrika an. 14 Staaten von der Demokratischen Republik Kongo bis an die Südspitze des Kontinents mit einer Bevölkerung von insgesamt 240 Millionen Menschen gehören der Organisation heute an. Die hauptsächlichen Ziele der SADC sind ehrgeizig: sie will die wirtschaftlichen, sozialen and kulturellen Beziehungen in der Region verbessern und die Hindernisse für den freien Verkehr von Kapital und Arbeit, Gütern und Dienstleistungen abschaffen. Doch die Freihandelszone, die schon 1999 hätte Realität werden sollen, ist bis heute nicht verwirklicht, ebenso wenig die Zollunion.

Gemeinsamer Markt von Ost- und südlichem Afrika (COMESA)
Zollunion des Südlichen Afrika (SACU)

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