Das Training, mit der jede der jungen Frauen konfrontiert wurde, war in der Grundstruktur gleich. Nach einer Basistraining genannten Einführungsperiode von drei bis fünf Monaten kam eine fünf bis sechs Monate dauernde, noch rigorosere Trainingsphase. Insbesondere gab es zusätzliche Übungen mit einer hölzernen Waffenattrappe, mit der man zu einer Einheit zusammenwachsen sollte.
Es gab ein spezifisches Programm, das an sieben Tage in der Woche durchgeführt wurde. Das ganze Training wurde von sehr strengen Kameraden und Kameradinnen ("Brüder" und "Schwestern") in der Bewegung durchgeführt. Es gab viele Gründe, bestraft zu werden: Ungehorsam, Unfähigkeit die geforderten Leistungen zu bringen,. Solche Fehler wurden mit Strafexerzieren bestraft. Wenn man diese nicht durchhalten konnte, musste man mit einem hochgehaltenen schweren Gewehr Kniebeugen machen. Gleichzeitig wurde man willkürlich geschlagen und getreten. Die Schläge seien ohne Gnade eingesetzt worden.
4 oder 5 Uhr: Waschen am Morgen. Die älteren "Schwestern" wiesen den Mädchen den Weg zum Waschplatz. Sie hatten strikte Befehle, sparsam mit dem Wasser und sorgsam mit den Wasservorräten umzugehen. Die älteren "Schwestern" bewachten sie und setzten die Politik der Bewegung durch.
7-8 Uhr: Frühstück
8-12 Uhr: Training der körperlichen Leistungsfähigkeit: Gewichtheben, Springen, Rennen, Kriechen über scharfkantiges Gelände, Karate, Seilklettern und Übungen im Bergsteigen (kurze Pause zum Wassertrinken).
12:30 Uhr: Mittagessen. Je nach Jahreszeit gab es: Suppe, Marmite, roh getrunkene Eier, Brot, Linsen, Reis und Curry, Äpfel, Wasser, zu besonderen Anlässen Eiscreme.
13:30-16 Uhr: Unterweisung in besonderen Fertigkeiten: Landkarten lesen, Identifizierung von bestimmten geographischen Orten, Umgang mit dem Kompass, Knoten binden, Umgang mit speziellen Codes, Umgang mit dem Walkie Talkie, Erlegen und Töten von Tieren. Alle Mädchen mussten ausserdem einen persönlichen Bericht über sich selbst schreiben.
16 Uhr: Tee
17-18 Uhr: Parade
18 Uhr: Abendappell, Schwur
22 Uhr: Bettruhe. Sie schliefen auf dem Boden von kleinen Ställen in Düngersäcken ohne Kissen. Manchmal benutzen sie ihre Kleidertaschen als Kissen.
Bei Krankheit oder Verletzungen werden sie normalerweise gepflegt und mit Medikamenten versorgt. Sie würden dann zum Arzt oder vielleicht sogar in ein Hospitallager gebracht werden.
Die Mädchen sagten ebenfalls aus, dass niemand Liebesaffären oder Sex haben dürfe. Regelverstöße in dieser Hinsicht würden als schwerwiegendes Verbrechen angesehen, das strenge disziplinarische Konsequenzen nach sich zieht.
Beim Text handelt es sich um einen Auszug aus "The Voices of Girl Child Soldiers" (Stimmen von Kindersoldatinnen), zusammengefasst von der Autorin Yvonne E. Keairns für die Quäker Gesellschaft der UNO (2002). Den vollständigen Bericht gibt es als PDF-Dokument im Internet: www.quno.org/newyork/Resources/QUNOchildsoldiers.pdf
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