Noch immer gelten die internationalen Schutzmassnahmen nicht für alle Kindersoldaten. Kinder, die nach wie vor ausgegrenzt werden, sind z.B. junge Mädchensoldaten, die eigene Kinder haben und eine "Demobilisierung zweiter Klasse" erfahren (in Sierra Leone oder Uganda); Knaben, die über eine Rückkehr in die Rebellengruppen nachdenken, um Geld von Spendern zu bekommen (im Sudan); oder jene verängstigten Kindern, die zwar aus der einen Armee geflohen sind und sich über eine Grenze flüchten konnten, die aber zurückgeschickt und als Deserteure erschossen werden können, weil sie keinen Flüchtlingsstatus erhalten (in Myanmar und Thailand).
Die Ironie ihrer Situation ist, dass sie von der kürzlich begonnenen Aktion des Uno-Sicherheitsrats auch weiterhin ausgegrenzt werden. Am 22. April 2004 verabschiedete er die Resolution 1539 zum besseren Schutz von Kindersoldaten. Die Resolution sieht jedoch für viele Konflikte, in denen Kindersoldaten zum Einsatz kommen - darunter Uganda, Sudan und Myanmar - nur die Vorlage eines neuen Berichts vor. Warum werden keine Maßnahmen ergriffen?
Verantwortlich dafür sind Grossbritannien und Russland: Die beiden Länder protestierten gegen die Aufnahme von Nordirland und Tschetschenien in die Uno-Kindersoldatenliste. Das Veto führte zur Entscheidung, dass die Uno nur noch dann aktiv werden kann, wenn das entsprechende Land auf der offiziellen Agenda des Sicherheitsrats der Länder mit bewaffneten Konflikten registriert ist. Dabei ist der Einsatz von Kindern in bewaffneten Gruppen in Nordirland und Tschetschenien eine anerkannte Tatsache!
Dass zwei der ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates dafür gesorgt haben, dass es keine Hilfsmaßnahmen für Kinder geben soll, die in ihren "Hinterhöfen" kämpfen und sterben, erscheint wirklich heuchlerisch. Mächtige politische Akteure kümmern sich nicht um die Not von Kindern, sondern nur um ihre eigenen Interessen.
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