Liebe Leserinnen, liebe Leser
Noch immer steht die dank den USA an die Macht gelangte Regierung Afghanistans auf schwachen Füssen. Im Irak ist noch nicht einmal die Bildung einer zivilen oder halbwegs demokratischen Regierung in Sichtweite. Doch in den USA wird unverdrossen mittels Meinungsumfragen bereits der nächste Feldzug vorbereitet: Eine Mehrheit der US-AmerikanerInnen sei für einen Krieg gegen den Iran, melden bei Redaktionsschluss grosse amerikanische Zeitungen. Auch wenn es sich dabei vorerst nur um eine Medienschlagzeile handelt: Es macht deutlich, dass die in Afghanistan begonnene und im Irak fortgesetzte neue Machtpolitik Washingtons über kurz oder lang eine Fortsetzung erfahren wird.
Einen Kontrapunkt zu diesen "man-oeuvres", diesen männlich dominierten Diskursen zu Krieg, Sicherheit und Frieden, setzte im Mai die erste FrauenFriedensKonferenz des Christlichen Friedensdienstes cfd in Zürich. Mehr als 250 Frauen und einige Männer widmeten während zwei Tagen ihre Aufmerksamkeit der Frage, was feministische Friedenspolitik kann und soll. Im Schwerpunkt dieser friZ präsentieren wir Auszüge und erste Eindrücke von dieser Konferenz - notgedrungen nicht in jenem Umfang, den sie verdient hätte.
Auch im Forum findet sich eine (indirekte) Auseinandersetzung mit der Politik von George W. Bush: Während Pascal Germann der "neuen" Anti-Kriegsbewegung "blinde Flecken" und Konformismus vorwirft, sieht Ruedi Tobler in ihr eine Herausforderung für die "alten" Friedensorganisationen, die es zu nutzen gilt.
Detlev Bruggmann
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