Versöhnung nach Kriegen

Friedensabkommen werden meist mit grossem Brimborium geschlossen: Einst verfeindete Parteien - resp. ihre Vertreter (Frauen sind selten dabei) - unterzeichnen vor laufenden Kameras einen Friedensvertrag und geben sich vielleicht erstmals die Hand. Häufig sind internationale Vermittler dabei, die den Friedenschluss eingefädelt, unterstützt oder vielleicht sogar ein bisschen erzwungen haben. Und danach? Einen Teil der kommenden Phasen kennen wir: Die KämpferInnen werden entwaffnet oder demilitarisiert, irgendwann werden Wahlen abgehalten, die Wirtschaft wird - sofern das betroffene Land von Interesse ist - beim Wiederaufbau unterstützt. Einige Hilfswerke sind noch präsent, die Weltöffentlichkeit zieht ihre Aufmerksamkeit aber rasch zurück.

Viele Konflikte brechen bereits nach kurzer Zeit wieder aus – aus unterschiedliche Gründe und in unterschiedlicher Formen. Nach einer kurze Zeit des Friedens oder zumindest Waffenstillstandes sind aber oft auch wieder Teile der Zivilbevölkerung ‚auf dem ‚Kriegspfad'. Warum tauschen sie den Frieden wieder gegen Krieg ein? Was lief schief?

Der Schlüssel liegt wohl in der fehlenden Versöhnungsarbeit. Diese ist langwierige Kleinarbeit und für die ehemaligen Friedensförderer des Auslands nicht mehr interessant. Wie Versöhnungsarbeit aussehen kann, welche tiefwurzelnden Gefühle der Individuen sie anzusprechen versucht und wie unterschiedlich die Ansätze - je nach Konfliktart und -ausgang - sein können, versucht dieses ‚Thema' aufzuzeigen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


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